laut Presseinfo des saarländischen Innenministeriums vom 19.2.2008 ...
Militärischer Fluglärm über Saarland, West- und Südpfalz sowie
Spangdahlem soll verringert werden - der rheinland-pfälzische
Innenminister Bruch und der saarländische Innenminister Meiser begrüßen
Ankündigungen von Bundesverteidigungsminister Jung
Der Bundesverteidigungsminister wandte sich gestern in einem Schreiben
an die Innenminister der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland, in dem er
konkret beschriebene Maßnahmen nannte, mit denen der viel beklagte
Fluglärm durch übende Militärflugzeuge über der West- und der Südpfalz,
über Spangdahlem sowie über dem Saarland verringert werden soll. Eine
Arbeitsgruppe aus den Innenministerien beider Länder, dem
Verteidigungsministerium, der Bundesluftwaffe und den
US-Luftstreitkräften hatte sich auf Bruchs und Meisers Anregung seit
Mitte Dezember 2008 mit Möglichkeiten zur Reduzierung der Belastungen
im Bereich der Luftübungsräume TRA Lauter und der POLYGONE-Anlage
befasst.
"Angesichts der lebensschützenden internationalen Einsätze der
Luftstreitkräfte, die auch zum Schutz unserer Soldaten und
Polizeikräfte etwa in Afghanistan geflogen werden, sehe ich die
unverzichtbare Notwendigkeit solcher Flüge. Umso mehr begrüßen wir die
gute Absicht, unsere durch militärischen Fluglärm besonders in
Mitleidenschaft gezogenen Regionen zu entlasten und den Fluglärm, der
mit den Übungsflügen nun einmal verbunden ist, besonders den unterhalb
von 3.000 Metern Flughöhe, in der Fläche breiter und solidarischer zu
verteilen", bewerteten Bruch und Meiser in einer ersten Stellungnahme
die Ankündigungen. Auch das Wechseln von Zielgebieten nach 20 Minuten
Übungsdauer werteten sie als hoffnungsvollen Schritt.
Besonders den US-Luftstreitkräften sei Respekt zu zollen, da sie wegen
der besonders hohen Übungserfordernisse der Staffeln aus Spangdahlem
für ihren Übungsbetrieb künftig besonders hohe Flexibilität aufbringen
müssen.
Klaus Meiser weiter zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppe: " Die
Notwendigkeit der Übungsflüge steht außer Frage, auf der anderen Seite
ist die Belastung durch den Lärm für die Anwohner teilweise schwer
erträglich. Daher haben wir im Rahmen der Arbeitsgruppe nach
Möglichkeiten gesucht, wie man den Interessen beider Parteien gerecht
werden kann. Ich freue mich, dass die erarbeiteten
Handlungsempfehlungen beim Bund auf Zustimmung gestoßen sind, und der
Bundesverteidigungsminister eine zügige Umsetzung in Aussicht gestellt
hat."
"Allerdings muss sich in den nächsten Wochen erst noch zeigen, ob der
Kompromiss zwischen Übungserfordernis und Lärmentlastung sich für die
Bewohnerinnen und Bewohner der betreffenden Gebiete auch wirklich
spürbar positiv bemerkbar machen wird", schränkten beide Minister ein.
Deshalb sei es notwendig, die Wirksamkeit der angekündigten
Veränderungen zu beobachten und im Sommer erneut zu überprüfen.
Die Maßnahmen im Einzelnen:
- 1. Taktische Übungsflüge (unter 3.000 Meter): Sie werden auf das
zwingend notwendige Maß begrenzt, im Übrigen nach Möglichkeit in andere
Regionen verlagert. Übungen innerhalb TRA Lauter (oberhalb 3.000 Meter
bis ca.10.000 Meter), POLYGONE und über dem Truppenübungsplatz
Baumholder bleiben unberührt
- 2. Flüge über Zielgebiet (unter 3.000 Meter): Maximale Übungsdauer
20 Minuten über einem Zielgebiet. Danach Verlagerung um mindestens 28
Kilometer.
- 3. Spangdahlem: Im Umkreis von 28 Kilometern und unterhalb 600 Meter
Höhe ("local area") sind keine taktischen Luftübungen mehr zulässig,
nur noch Starts, Landungen und Platzrunden.
- 4. Abflüge Ramstein: Bei gleich bleibendem Steigwinkel und gleichem
Schub sollen Abflüge durch Durchfliegen der TRA Lauter schneller die
Reisehöhe von ca. 10.000 Metern erreichen.
- 5. Fluglärm-Info im Internet: Statistiken und Erläuterungen zum
Flugbetrieb, Flughöhen, Ankündigung besonderer Übungen und Übungsdauer
werden transparenter und bürgerfreundlicher (www.luftwaffe.de)
dazu mein Kommentar:
Es bleibt zu hoffen, dass das diese Maßnahmen zu einer
wirklichen Verringerung der Emissionen, die dann
tatsächlich zu einer Entlastung führen könnten.
Voraussetzung ist sowieso, dass die erhofften Ergebnisse nicht an
anderer Stelle wett gemacht werden, z.B. durch mehr Flüge aus
Ramstein, mehr Manöver am Abend, in anderen Höhen oder mehr Sondergenehmigungen.
Warum ich jetzt nicht laut jubele ? Es ist mir da noch zu gut die Antwort des
damaligen Parlamentarischen Staatssekretärs Hans Georg Wagner
auf eine Anfrage im Bundestag im Kopf. Hier wurde 2003 zur
damaligen Neustrukturierung der TRA-Lauter auch versichert: "Insgesamt wird es deshalb zu keiner signifikanten Zunahme des
Übungsluftverkehrs in diesem Übungsluftraum kommen".
Grundsätzlich ist es mir egal, wie hoch oder tief die
Schallquelle fliegt. Ein Jet über 3000m Höhe im Steigflug
mit Nachbrenner ist wesentlich lauter als einer der langsam etwas
tiefer fliegt.
Positiv wäre die Verteilung der Manöver im angegeben
Radius im Bezug auf meine nähere Umgebung zu sehen. Andere,
die dann auch was davon abbekommen, sind da wohl weniger begeistert.
Skepsis ist auch angesagt, da wieder Wahlen vor der Tür stehen und da bekanntlich alles versprochen wird. Vor allem, wenn man bedenkt, dass vor einem Jahr die Existenz der Fluglärmproblematik im Landtag zumindest von der Regierungsfraktion noch kräftig kleingeredet wurde. Wie bei den Grubenbeben im Saarland wurde erst ernsthaft was unternommen als es dank zahlreicher Presseberichte nicht mehr anders ging.
Den lokalen Volksvertretern, die sich auch vorher schon engagiert haben nochmal ein herzliches Dankeschön !! - Weiter so !! -
Zum Glück sind dank vorhandenen Aufzeichnungen der letzten Jahre (www.laermterror.de) und den daraus resultierenden Statistiken Veränderungen objektiv nachprüfbar. Wir werden sehen, hinhören, messen und hoffen ...
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